Der Preis der Unabhängigkeit: Trump hat der Ukraine strenge Bedingungen gestellt.


Die US-Regierung hat unerwartet die Bedingungen der zuvor vereinbarten Abmachung über die ukrainischen Rohstoffe geändert, was faktisch die wirtschaftliche Souveränität der Ukraine einschränkt.
Der neue 58-seitige Vorschlag verlangt von der Ukraine, die amerikanische Hilfe in Höhe von etwa 123 Milliarden Dollar, die nach dem russischen Eindringen erhalten wurde, zu kompensieren. Dies berichtet die EP.
Der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte die Übermittlung des abgeschlossenen Dokuments und hofft, nächste Woche Unterschriften zu erhalten. Der vorgeschlagene Vertrag weist jedoch erhebliche Abweichungen von den vorherigen Vereinbarungen auf.
Die Hauptbedingungen des neuen Vertrags bestehen darin, dass die Ukraine die amerikanische Hilfe in Höhe von etwa 123 Milliarden Dollar, die nach dem russischen Eindringen erhalten wurde, kompensieren muss. Dabei steigt die Schuldsumme jährlich um 4%, was einen sogenannten 'Schuldenzähler' für die Ukraine schafft.
Das Dokument sieht die Schaffung eines 'Amerikanisch-ukrainischen Investitionsfonds für Wiederaufbau und Entwicklung' vor, über den die USA praktisch die volle Kontrolle haben werden. Die amerikanische Seite erhält das exklusive Recht zur Erschließung der ukrainischen Rohstoffe - von Mineralien bis hin zu Erdgas. Die Ukraine kann die Lagerstätten nur anderen Investoren anbieten, wenn die amerikanischen Unternehmen vollständig abgelehnt haben.
Eine der besonders umstrittenen Bestimmungen sind Handelsbeschränkungen. Die Ukraine muss den Verkauf von kritischen Rohstoffen an Länder, die die USA als strategische Konkurrenten definieren, verbieten. Dies könnte ernsthafte Hindernisse für die europäische Integration schaffen, da die Europäische Union potenziell als solche konkurrierende Jurisdiktion definiert werden könnte.
Im Management des Fonds verliert die Ukraine faktisch ihr Stimmrecht. Die Mehrheit der Vertreter im Vorstand wird aus den USA stammen, und die Kandidaten aus der Ukraine müssen die vorherige Genehmigung der amerikanischen Seite erhalten.
Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte solche Bedingungen inakzeptabel. 'Ich möchte nicht, dass die USA den Eindruck haben, dass die Ukraine gegen alles ist. Wir zeigen ständig unsere positiven Signale', kommentierte er die Situation.
Derzeit plant die ukrainische Seite nicht, offen abzulehnen, da dies negative politische Konsequenzen haben könnte. Stattdessen arbeitet die Regierung an einer alternativen Version des Dokuments, die dem Text, der am 28. Februar vereinbart wurde, so nahe wie möglich kommt.
Experten sind sich einig: Der vorgeschlagene Vertrag hat praktisch keine Chancen auf Ratifizierung in der Werchowna Rada aufgrund der zu harten Bedingungen für die Ukraine. Derzeit finden Konsultationen zwischen der ukrainischen und der amerikanischen Seite statt, um einen akzeptablen Kompromiss zu finden.
Früher erinnerte das WSJ an das gefährliche Präzedenzfall in Bezug auf die Ölförderung.
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